Senderverband WDR

Deutliche Mehrheit bereit zu Warnstreiks

Ergebnis der Live-Umfrage beim WDR Köln

Deutliche Mehrheit bereit zu Warnstreiks

Nach den ver.di-Mitglieden hat ver.di nun an den WDR-Eingängen in der Kölner Innenstadt alle MitarbeiterInnen zur Streikbereischaft befragt. Bei Kaffee und angenehmen Gesprächen gab es einen regen Austausch zum Stand der festgefahrenen Tarifverhandlungen mit dem WDR.

Zum Hintergrund:

WDR bewegt sich kein Stück

Live-Umfrage 1LIVE-Haus David Jacobs Live-Umfrage 1LIVE-Haus

Die Verwaltungsdirektorin Dr. Karin Vernau spricht im WDR-Intranet von einem „fairen Angebot“.

Fair? Nach inzwischen zwei langwierigen Verhandlungsrunden hat sich der Sender kein Stück bewegt. Er hat das bislang schlechteste Angebot in der ARD vorgelegt. Der WDR bezieht sich beim Abschluss mit den Ländern ausschließlich auf dessen linearen Teil (Prozentsteigerungen). Dass da noch ein sozialer Anteil drinsteckte, der mindestens einen halben Prozentpunkt ausmacht: damit will der WDR nichts zu tun haben. Stattdessen besteht Frau Vernau darauf, die Prozentwerte im Abschluss des Öffentlichen Dienstes der Länder noch um zwei Mal 0,2 Prozent zu unterlaufen. Der Sender bietet eine lineare Steigerung von 1,72 Prozent für 2015 an und 1,96% Prozent für 2016. Die Verwaltungsdirektorin besteht auf dieser Kürzung, weil die Altersversorgung für die angestellten Kolleginnen und Kollegen und die Rentnerinnen und Rentner zu hoch sei. Nur bei Zustimmung der Gewerkschaften zu Eingriffen dort sollen die Löhne um die erwähnten 0,2 Prozent steigen. Allen Argumenten zeigt sie sich nicht zugänglich. Einziges „Entgegenkommen“ bisher ist eine bloße Selbstverständlichkeit: Bei den Mindesthonoraren für die Freien will sie auf den Abschlag wegen der Renten für die Angestellten verzichten. Auch in allen anderen Fragen bewegt sie sich kein Stück: Die Forderung nach einem Sockel-Betrag als soziale Komponente findet kein Gehör. Allen Vorschlägen unsererseits kommt die immer gleiche Antwort zuteil: Kein Geld. Auch die Forderung, die lineare Erhöhung auf die Effektiv-Honorare anzuwenden, stößt nur auf taube Ohren.

Nur mal zur Erinnerung: Ein Prozentpunkt für Löhne, Honorare und Betriebsrenten im Jahr kostet den WDR einen einstelligen Millionenbetrag im Jahr – da für ist kein Geld da? Weniger Stellen, kleinere Honorartöpfe und das Beharren auf dem schlechtesten Tarifabschluss in der deutschen Tariflandschaft in diesem Jahr: so präsentiert sich uns bish er der WDR mit seinem „fairen“ Angebot. ver.di fordert: Hört auf mit der Verknüpfung von Gehaltstarif und Renten. Statt leerer Worte über Fairness endlich ein Angebot, über das sich reden l ässt. Zur nächsten Verhandlungsrunde brauchen unsere Verh andlerInnen ein starkes Argument: die Friedenspflicht ist längst vorbei – Warnstreiks machen klar, dass die Kolleginnen und Kollegen die gewerkschaftlichen Forderungen unterstützen.