ver.di Senderverband WDR

Eigendreh und Eigenschnitt im WDR

Mitgliederbefragung

Eigendreh und Eigenschnitt im WDR

Einigung zwischen den Gewerkschaften (ver.di und DJV) und dem WDR zu Eigenschnitt und Eigendreh


Beiträge selbst zu drehen und selbst zu schneiden sind freiwillige Zusatzleistungen, die einige freie Autorinnen und Autoren bei Erstellung ihrer Werke erbringen. Diese Zusatzleistungen müssen mit angemessenen Zuschlägen gesondert honoriert werden, so steht es im Tarifvertragstext, über dessen Inhalt die ver.di-Tarifkommission im WDR jetzt entscheiden muss. Diese grundsätzliche Aussage ist für uns selbstverständlich, und gleichwohl wichtig: Eigenschnitt ist FREIWILLIG, kein Schnitt ohne Honorar!
Die bisher gezahlten Zuschläge sind derzeit unterschiedlich und ungeregelt, mit der Tarifeinigung soll das wenigstens in Teilen geändert werden.
Im Folgenden werden die Eckpunkte der Einigung zum Eigenschnitt und Eigendreh beschrieben, die VertreterInnen von ver.di und DJV mit dem WDR erzielt haben.
Das Votum der Gewerkschaften steht noch aus. Nur, wenn die Gewerkschaften zustimmen, wird der Tarifvertrag unterschrieben und gültig.

Eigenschnitt
Beiträge von 2 bis 15 Minuten Länge
Für Beiträge von 2 bis 15 Minuten Länge, die AutorInnen selbst geschnitten haben, soll es zum individuellen Honorar zusätzlich 10,5 Prozent Zuschlag geben, wenn dabei WDR-Technik zum Einsatz kommt. Wenn eigene Technik verwandt wird, erhöht sich der Zuschlag auf 12,5 Prozent. Auf die Eigenschnittzuschläge zahlt der WDR Sozialleistungen.
Die Zuschläge werden auch dann gezahlt, wenn vor der Sendung noch ein geringer Nachbearbeitungsaufwand besteht.

Beiträge ab 15 Minuten Länge
Für Beiträge, die länger sind als 15 Minuten, lehnten die VertreterInnen von ver.di die Verhandlung von Eigenschnittzuschlägen zum jetzigen Zeitpunkt ab: Filmbeiträge in dieser Länge sind in der Regel aufwändig und sollen nach unserer Vorstellung von Cutterinnen und Cuttern bearbeitet werden.
 
Kurze Beiträge bis zu 2 Minuten Länge
Hier konnte bisher keine Einigung erzielt werden. Der WDR geht daher nicht nur von Freiwilligkeit der Eigenschnittleistung aus, sondern es sollen möglichst auch keine Zuschläge für eigenschnitt gezahlt werden. Das sehen wir selbstverständlich anders: Eine fehlende Tarifeinigung bedeutet nicht, dass freie AutorInnen Beiträge unter 2 Minuten ohne Zuschlag selbst schneiden sollen, wir raten auch davon ab  (siehe Anmerkungen oben). Aber: Es gibt hierfür bisher noch keine tarifliche, verbindliche und einklagbare Regelung.

Eigendreh
Im Zuge der Einigung zum Eigenschnitt sollen die bisher gültigen Regelungen zum Eigendreh erweitert werden:
Die im Honorarrahmen aufgeführten Zuschläge für selbstgedrehte Beiträge bis zu 2’30 Minuten Länge bleiben demnach bestehen. Darüber hinaus soll es nun für Beiträge von bis zu 4’00 Minuten Länge 25 Prozent Zuschlag zum Honorar geben, wenn AutorInnen selbst drehen. Diesen Zuschlag soll es auch geben, wenn nur Teile des jeweiligen Beitrags selbst gedreht wurden.

Für beide Zuschlagsmodelle wurde eine dreijährige Pilotphase vereinbart: Vom 01.08.2018 bis zum 31.07.2021. Jährlich soll in einer Evaluationsrunde zwischen Gewerkschaften und WDR untersucht werden, wie viele Beiträge selbst geschnitten und gedreht werden und wie die Honorierungsmodelle in der Realität funktionieren. In die Evaluation sollen auch die Beiträge unter zwei Minuten Länge einbezogen werden, für deren Eigenschnitt ja keine Einigung zustande kam.

Daher fragen wir alle ver.di-WDR-Mitglieder: Was empfiehlst Du der ver.di-Tarifkommission im WDR? Alle Mitglieder haben am 18.6.18 eine Mail zur Abstimmung bekommen. Die Auszählung findet am 2. Juli um 15 Uhr in der ver.di-WDR-Vorstandssitzung im Haus Forum statt. Interessierte Mitglieder dürfen gerne vorbei kommen.

 

 

 

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