Personalrat in harten Zeiten

Kein Tag vergeht, an dem nicht irgendwo im WDR Personalräte Kolleginnen und Kollegen beraten, die sich teils existenzielle Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen müssen. Kein Anschlussvertrag nach Jahren auf befristeten Stellen, Beendigung oder Teilbeendigung von freier Mitarbeit.Was vor Jahren selten war, betrifft heute eine große Zahl unserer Kolleginnen und Kollegen. Stellenabbau und stagnierende oder sinkende Programmetats zeigen ihre Wirkung. Nein, jetzt keine falschen Versprechungen. Auch mit einer starken ver.di -Vertretung im Personalrat werden wir diesen falschen Trend nicht einfach stoppen. Aber wir werden uns mit aller Kraft dagegen wehren, auch der Kraft einer Gewerkschaft, die für einen starken öffentlichen, demokratisch verfassten Sektor im allgemeinen und für einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Besonderen streitet. Wir werden die Möglichkeiten im Betrieb nutzen, um uns immer wieder mit den Betroffenen für ihre Interessen einzusetzen. Dass „Freie“ jetzt im Personalrat eine Interessenvertretung haben, die auf die Durchsetzung ihrer tarifvertraglichen Rechte auch aus dem Sozial- und Bestandsschutz achtet, war ein ver.di-Erfolg. Tarifverträge, die ihren Namen verdienen, gäbe es nicht ohne starke Gewerkschaften. Und nur mit einer starken ver.di, auch im Personalrat, stehen Rechte nicht nur auf dem Papier, sondern können auch durchgesetzt werden.

Gruppenbilld ver.di Personalratsliste WDR
Foto/Grafik: Foto: Sibylle Anneck

Mitbestimmung – ein stumpfes Schwert?

Der Personalrat hat mitzubestimmen, wann und wie, regelt das Landespersonalvertretungsgesetz. Lehnt der Personalrat eine Maßnahme ab und kommt es zu keiner Einigung zwischen beiden, kann der WDR entweder seinen Plan beerdigen, oder es kommt zu einem Einigungsstellenverfahren. Die Einigungsstelle ist paritätisch aus Vertretern des Personalrats und des WDR besetzt und hat eine/n von beiden Seiten bestellten gemeinsamen Vorsitzende/n. In leider viel zu vielen Fällen aber entscheidet die Einigungsstelle nicht endgültig, sondern kann nur eine Empfehlung abgeben: an den Intendanten, also denjenigen, der ursprünglich die von ihm beabsichtigte Maßnahme überhaupt zur Mitbestimmung vorgelegt hat. Lohnt es sich dann überhaupt, bei solch erwartbarem Ausgang etwas abzulehnen? Ja! Nicht mit der Illusion, ständig den Intendanten vom besseren überzeugen zu können, weil die Einigungsstelle der Meinung des Personalrats ist. Aber weil die Kolleginnen und Kollegen ein Recht darauf haben, dass sich ihr Personalrat für sie einsetzt. Dabei kann er unterliegen. Aber hat Brecht nicht immer noch Recht? „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, der hat schon verloren.“

Eine für alle!

Ob Cutterin oder Sachbearbeiterin, Mediengestalterin oder Redakteurin, „frei“ oder „fest“. Es gibt nur eine Gewerkschaft im WDR, in der sich Kolleginnen und Kollegen all dieser und vieler anderer Berufe im WDR organisiert haben: ver.di. Nur gemeinsam können sie dafür sorgen, dass ihre Interessen nicht unter die Räder geraten. Auch deshalb: Liste 1 wählen, ver.di in den Personalrat!

 

ver.di Kampagnen