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Aufruf zum Warnstreik

Tarifvertrag jetzt!

Aufruf zum Warnstreik

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

„Dann verhandelt mal gut.“ Dieser Wunsch vieler Kolleginnen und Kollegen begleitet uns, wenn wir am kommenden Dienstag, dem 22.08.2017, in die Tarifverhandlungen über Vergütungen und Honorare mit der Delegation des WDR und Verwaltungsdirektorin Vernau gehen.

Ja, wir freuen uns über gute Wünsche. Aber das wird nicht reichen! Denn die bisherigen, schon seit Monaten dauernden Verhandlungen haben uns nicht in die Nähe eines Abschlusses gebracht. Auf die Forderungen unserer Mitglieder nach 5,5 % mehr Gehalt und Honorar, einer Mindesterhöhung für die niedrigen Vergütungsgruppen, einer Übernahmeregelung für Auszubildende hat unser „Arbeitgeber“ bisher nicht mit seriösen und bezifferbaren Angeboten reagiert. Stattdessen: Gegenforderungen wie Eingriffe in die Steigerungsstufen, beim Jubiläumsgeld und andere Tarifverschlechterungen.

Jetzt, am 22. August, geht es weiter mit den Verhandlungen. Und jetzt rufen wir euch, die Kolleginnen und Kollegen, die für den WDR, die WDR-mediagroup und den Beitragsservice arbeiten!

Unsere Argumente wie der Hinweis auf die Tarifentwicklung außerhalb des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die Preissteigerungen, unser erklecklicher Nachholbedarf aus der Vergangenheit sind und bleiben richtig. Aber das werden Frau Vernau und ihre Mitverhandler nur begreifen, wenn sie sehen, dass wir nicht allein stehen, sondern die Interessen vieler vertreten. Und das müssen wir nicht nur sagen, sondern auch zeigen: mit Ihnen, mit euch.

Deshalb rufen wir jetzt zum Warnstreik auf. Drei Stunden sollten viele von uns zeigen, dass wir es ernst meinen. Statt in der Redaktion, im Büro, am Mischpult oder im IT-Support treffen wir uns am 22. August 2017, um 09.00 Uhr am Haus Forum (gegenüber dem Vierscheibenhaus).

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk lebt von den Menschen, die ihn machen und ermöglichen. Uns. Ja, wir wollen gut arbeiten im Interesse derer, die den Rundfunk bezahlen. Aber wir wollen auch gutes Geld für unsere Arbeit, gute Arbeit, sichere Perspektiven. Helfen wir unserer Geschäftsleitung beim Nachdenken. Frau Vernau: Machen Sie uns ein Angebot, über das sich seriös verhandeln lässt!

Und: Streikrecht ist ein Grundrecht! Dieses Recht haben alle, die hier arbeiten – egal ob Feste, Freie, Auszubildende oder Volontäre!

Du darfst streiken!  

Wenn deine Gewerkschaft zum Streik aufruft, dann darfst du streiken. Das erlaubt in Deutschland das Grundgesetz (und ist dort nur wenige Artikel nach der Pressefreiheit geregelt).
Durch Warnstreik oder Streik machst du deine Forderung deutlich. Das kann zum Beispiel die Gehalts- oder Honorarerhöhung sein. Bestraft werden darfst du für die Teilnahme an einem Streik nicht. Auch eine Kündigung ist nicht erlaubt.

Auch Freie haben gute Gründe am Streik teilzunehmen  

Die Honorare für freie Journalistinnen und Journalisten sollen ebenso erhöht werden, wie die Gehälter der angestellten Kolleginnen und Kollegen. Nur durch gemeinsames Handeln in den Redaktionen wird es zu einem angemessenen Gehalts- und Honorarabschluss kommen!

Auch Auszubildende dürfen streiken!  

Du bist in der Ausbildung/ im Volontariat? Auch dann darfst du streiken. Aus Solidarität und weil auch du mehr Geld möchtest, denn dein Gehalt und deine Ausbildungsbedingungen werden auch im Tarifvertrag geregelt. Bestraft werden darfst du für die Streikbeteiligung ebenfalls nicht. 
Sollte dir gedroht werden, dann wende dich sofort an deine Gewerkschaft.

Wende dich an ver.di!

Solidaritätsstreiks sind auch zulässig  

Wenn deine Gewerkschaft zu einem Solidaritätsstreik in deiner Rundfunkanstalt oder in deinem Betrieb aufruft, gibt es dafür sicherlich gute Gründe. Es soll verhindert werden, dass sich Kolleginnen und Kollegen aus dem selben oder einem anderen Betrieb gegeneinander ausspielen lassen. Die Beteiligung an einem durch ver.di aufgerufenen Streik ist zulässig! 

Aber: Dein Chef zahlt bei Streik keinen Lohn.  

Wenn der Streik vorbei ist, muss dein Chef dich weiter beschäftigen und dir wieder Lohn zahlen.
Sollte dir gedroht werden, dann wende dich sofort an deine Gewerkschaft.

Wende dich an ver.di!

Leiharbeiter und Leiharbeiterinnen sind keine Streikbrecher!  

Leiharbeiter müssen in einem bestreikten Betrieb nicht arbeiten! Das sagt das „Arbeitnehmerüberlassungsgesetz“. Dieses Gesetz gilt für alle Beschäftigten, die von einer Arbeitnehmerverleih-Firma vermittelt werden.
Also:  Niemand darf dazu gezwungen werden, seinen Kolleginnen und Kollegen in den Rücken zu fallen. Wenn gestreikt wird, dann braucht auch ein Leiharbeiter nicht zu arbeiten. 
Sollte dir gedroht werden, dann wende dich sofort an deine Gewerkschaft.

Wende dich an ver.di!

Ich wäre gern dabei! Mitglied werden

  • Anweisungen der Streikleitung

    Jeder Streik hat eine Leitung. Das sind Leute von der Gewerkschaft ver.di. Die Streikleitung entscheidet zum Beispiel, wann ein Streik zu Ende ist oder unterbrochen wird.

  • Aussperrung

    Du darfst streiken – dein Chef sperrt aus. Wenn du streikst, dann kann dein Chef dich aussperren. Er lässt dich dann nicht an deinen Arbeitsplatz. Aber: Wenn dein Chef dich nicht rein lassen will, dann darf auch niemand anderes an die Arbeit gehen. Falls doch, sofort deine Gewerkschaft oder die Streikleitung informieren.

  • Personalrat und Arbeitskampf

    Der Personalrat hat auch beim Streik die gleichen Rechte wie sonst auch. Der Personalrat muss neutral bleiben. Aber die Mitglieder des Personalrates dürfen auch am Streik teilnehmen.

  • Kein Mensch ist zum Streikbruch verpflichtet

    Wenn gestreikt wird, dann brauchst du nicht zu arbeiten. Zeige, dass du und deine Kollegen zusammengehören! Es ist eure Forderung und dafür steht ihr gemeinsam ein. Wer bei einem Streik trotzdem arbeitet ist unsolidarisch und gefährdet alle. Für besonders wichtige Fälle hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, eine Notdienstvereinbarung mit ver.di abzuschließen. Ähnlich werden auch die Notdienste zum Beispiel bei Streiks in Krankenhäusern geregelt.

  • Kranken-, Renten-, Arbeitslosenversicherung im Streik

    Deine Krankenversicherung bleibt auch beim Streik bestehen. Bei kurzzeitigen Streiks gibt es auch mit der Renten- oder Arbeitslosenversicherung nur weniges zu bedenken. Wer es genau wissen möchte, für den/die gibt es die drei Info-Blätter zu den verschiedenen Sozialversicherungen im Streik:

  • Maßregelungsverbot!

    Deine Sendeanstalt darf dich wegen der Teilnahme an einem Streik nicht bestrafen. Das Gesetz schützt dich. Manchmal wird gedroht. Dann wende dich an deine Gewerkschaft.

    Wende dich an ver.di. Sei kein Streikbrecher!

  • Notdienst

    Wenn du Notdienst machen sollst, dann frage deine Gewerkschaft ver.di, ob dieser Notdienst vereinbart ist. Dein Chef darf nicht alleine entscheiden, dass du Notdienst machen sollst.

  • Rechtsschutz

    Wenn du Mitglied der Gewerkschaft bist, dann bekommst du Rechtschutz. Das ist wichtig. Denn manchmal läuft nicht alles glatt. Zum Beispiel, weil dein Chef dich zwingen will, die durch einen Streik ausgefallene Zeit nachzuarbeiten. Deine Gewerkschaft hat Rechtsanwälte. Sie unterstützen dich und gehen zusammen mit dir auch vor das Gericht. Also, werde Mitglied! Deine Gewerkschaft heißt ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft.

  • Streikgeld/-Unterstützung

    Wenn du streikst, dann zahlt dein Sender dir für die Dauer des Streiks wahrscheinlich kein Gehalt oder Honorar.
    Nur Gewerkschaftsmitglieder bekommen eine finanzielle Unterstützung. 
    Wie hoch deine Streikunterstützung durch ver.di genau ist, erfährst du bei deinem ver.di-Ansprechpartner.

    Die grundsätzliche Regelung lautet:

    • pro Streiktag erhältst du das 2,5fache deines Monatsmitgliedsbeitrages
    • bist du kürzer als ein Jahr Mitglied, erhältst du das 2,2fache deines Beitrages
    • Freie, die sich am Streik beteiligen, erhalten die gleiche Streikunterstützung, wie ein/e angestellte/r Kollege/-in

    Wird kürzer als eine "ganze Schicht" gestreikt, gibt es eine anteilige Streikunterstützung ab Beginn der Streikmaßnahme.

  • Urabstimmung

    An Urabstimmungen dürfen nur Mitglieder der Gewerkschaft teilnehmen. Die Gewerkschaftsmitglieder entscheiden, ob gestreikt wird. Deine Gewerkschaft heißt ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft.

  • Überstunden

    Manchmal soll deine Teilnahme an einem Streik mit deinen Überstunden verrechnet werden. Das ist nicht zulässig. Lass dich nicht darauf ein und wende dich an uns. Du brauchst die durch den Streik ausgefallene Zeit nicht nachzuarbeiten.

    Wende dich an ver.di!

Deine Rechte im Streik - das Wichtigste in Kürze  

Im Streik gelten ein paar eigene Regeln. Was sind deine Rechte und wie sollst du dich verhalten? Das Wichtigste fasst die Kurzfassung deiner Rechte im Streik zusammen.

Broschüre "Das Streikrecht von A - Z"  

Wer es genauer wissen möchte und spezielle Fragen hat, kann sich natürlich an seinen ver.di-Aprechpartner wenden. Aber die folgende Broschüre gibt einen allgemeinen Überblick über die besonderen Regelungen und Rechte, die im Streik gelten. Die Broschüre befasst sich von A wie "Altersteilzeit" bis Z wie "Zugangsrecht zum Betrieb" nach Stichworten geordnet mit dem Streikrecht.