Senderverband WDR

Digitale Stechuhr im WDR?

Davids STANDPAUKE

Digitale Stechuhr im WDR?

Diskutiert mit!

Ich möchte mit euch reden: Über Menschen, die länger arbeiten, als sie eigentlich müssten.

Ich gebe zu: Auch ich habe schonmal die einen oder anderen Stunden drangehangen. Ich finde das auch toll, besonders wenn man nicht merkt, wie schnell die Zeit vergeht. Besonders dann, wenn man viele Freiräume hat, seine Arbeit selbst bestimmen, selbst gestalten kann. Das ist auch in Ordnung, wenn es sich um ein gegenseitiges Geben und Nehmen handelt.

Die Arbeit im WDR verdichtet sich mehr und mehr. Die Folge: Statt Gleichgewicht haben wir nun eine Schlagseite. Besonders schlimm ist es seit dem Buhrow verkündete, 500 Stellen abbauen zu wollen und zudem noch jede Menge Leiharbeit abgebaut hat. Da Buhrows Pläne noch nicht alle umgesetzt sind, wird es auch noch mehr und mehr! Nicht umsonst hat der WDR Spitzenreiter in der ARD. Beim Krankenstand!

„Wer die Arbeitszeit nicht dokumentieren will, will nicht weniger Bürokratie, sondern mehr Ausbeutung.“

DGB-Chef Reiner Hoffmann zum Vorstoß der Jamaika-Koalition in Kiel zum Thema Arbeitszeiterfassung

Aus vielen Bereichen im WDR hört man, dass freiwillige Mehrarbeit als selbstverständlich angesehen wird. Mancherorts soll auch böse nachgefragt werden, wenn jemand versucht, geleistete Überstunden aufzuschreiben.

Formal ist die Sache klar: Wir müssen nicht alle ständig erstklassige Arbeit liefern, sondern nur ein gesundes Mittelmaß. Zumindest die Festangestellten im WDR haben wir Arbeitsverträge und keine Werkverträge. Das wirkt zwar manchmal anders, wenn einem die  Zuständigkeit für ein Projekt übertragen wird. Fakt ist: Bezahlt werden wir nicht für das Projekt, sondern für die geleistete Arbeitszeit. Und das bei vollen Stellen für 38,5 Stunden pro Woche.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wer zu viel leistet, wird vielleicht am Ende doppelt bestraft. Vom eigenen Körper, möglicherweise aber auch vom WDR. Der Arbeitgeber hat zwar eine Fürsorgepflicht. Doch wenn der WDR von meinem Übermaß an Arbeitseifer keinen Wind bekommt, kann er seiner Fürsorgepflicht auch nicht nachkommen. Das heißt: Der WDR muss auch erfahren, wieviel Zeit ich im WDR verbracht habe. Wenn er es nicht erfährt, ist der WDR am Ende fein raus.

Je mehr ich von der ganzen Arbeitsverdichtung mitbekomme, desto mehr komme ich zu dem Schluss: Wir im WDR brauchen ein digitales Stechuhr-System. Wenn ich morgens am Pförtner vorbei komme, logge ich mich ein und Abends am Ausgang wieder aus. Und zusätzlich noch eine App auf den Diensthandys.

Wie seht ihr das? Darüber möchte ich mit euch diskutieren. Ginge es dann gerechter zu im WDR? Habt ihr vielleicht schon Erfahrungen mit solchen Systemen? Entfallen so vielleicht auch unangenehme Diskussionen, ob ihr jetzt die Zeit noch dran gehängt habt oder nicht? Schreibt es in die Kommentare auf Youtube oder Facebook unter diesem Video! Ich freue mich auf die Diskussion!

@verdi_WDR auf Twitter